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Wofür steht LEADER?

LEADER steht für „Liaison Entre Actions de Développement de l‘Économie Rurale“, auf deutsch „Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft“.

LEADER ist ein methodischer Ansatz der Regionalentwicklung, der es den Menschen vor Ort ermöglicht, regionale Prozesse mitzugestalten und die Region gemeinsam weiterzuentwickeln. In einem abgegrenzten Gebiet, der LEADER-Region, arbeitet die sogenannte Lokale Aktionsgruppe (LAG). Diese ist für die Umsetzung der lokalen Entwicklungsstrategien verantwortlich, die am Beginn einer jeden EU-Förderphase mit Beteiligung der Menschen vor Ort erstellt wird. Im Rahmen dieser Entwicklungsstrategie können Projekte gefördert werden. Die LAG wird durch ein Regionalmanagement unterstützt, das unter anderem die Projektträger bei der Antragstellung berät, für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist und die Vernetzung in der Region voranbringt.

Mehr erfahren Sie im nebenstehenden Video.

Wie läuft die LEADER-Förderung ab? - Überblick

1. Stellen Sie uns Ihre Idee vor

Im Rahmen eines ersten Beratungsgespräches geben wir Ihnen unsere Einschätzung der Fördermöglichkeiten für Ihre Projektidee und erläutern Ihnen die Grundsätze des Förderverfahrens.

2. Projektskizze anfertigen

Anhand unserer Vorlage für die Projektbeschreibung beantworten Sie alle für eine Förderung relevanten Fragen. Wichtig sind hier v.a. der Beitrag Ihres Projekts zur Entwicklung der Region sowie der Kosten-  und der Finanzierungsplan.

3. Bewertung Ihres Projekts

Der Förderausschuss bewertet die Förderwürdigkeit Ihres Projekts (wie gut Ihr Projekt ins Regionale Entwicklungskonzept passt). Die Bewilligungsstelle überprüft die Förderfähigkeit (ob alle Voraussetzungen erfüllt sind).

4. Bewilligung der Förderung!

Geschafft! Etwa 4-6 Wochen nach der Bewertung im Förderausschuss erhalten Sie den Zuwendungsbescheid und können mit Ihrem Projekt beginnen.

Wie hoch ist die LEADER-Förderung?

Privatpersonen, Unternehmer und Vereine können eine Förderung in Höhe von 35-50% der Nettokosten erhalten. Die maximale Fördersumme bewegt sich zwischen 25.000 und 200.000 Euro und ist, wie auch die Förderquote, abhängig vom konkreten Projektziel.

Kommunen können bei LEADER eine Förderung von 55-75% der Nettokosten erhalten. Die Förderquote unterscheidet sich hierbei von Kommune zu Kommune. Die maximale Fördersumme bewegt sich zwischen 200.000 und 500.000 Euro (abhängig vom konkreten Projektziel).

Dazu und zu weiteren Rahmenbedingungen des LEADER-Programms beraten wir Sie gerne.

Detaillierter Ablauf und Hinweise

Bevor Sie loslegen – allgemeine Voraussetzungen:

  • Ihr Projekt muss in der Gebietskulisse der LEADER-Region Odenwald liegen.
  • Sie dürfen noch nicht mit dem Projekt begonnen haben. Vorbereitende Planungsmaßnahmen zählen hingegen i.d.R. nicht als Projektbeginn.
  • Das Projekt muss zu mindestens einem der Handlungsziele in unserem Regionalen Entwicklungskonzept (REKO) passen und somit eine regionale Bedeutung haben.
  • Zur Vorbereitung können Sie auch bereits die Projektcheckliste ausfüllen und uns vorab zusenden.

Vorprüfung durch das Regionalmanagement und die Bewilligungsstelle:

Anhand Ihrer Projektbeschreibung und einem gemeinsamen Vorgespräch prüfen wir die allgemeinen Voraussetzungen für eine Förderung und besprechen mit Ihnen die weitere Vorgehensweise. In der Regel führt das erste Projektgespräch zu einer ganzen Reihe von Änderungs- bzw. Anpassungs- und Ergänzungsvorschlägen.

Wenn die allgemeinen Voraussetzungen für eine Förderung gegeben sind, werden Sie von uns zu einem gemeinsamen Gespräch mit einer Vertreterin der zuständigen Bewilligungsstelle eingeladen.  Diese wird Ihnen wichtige Informationen zu den formalen Fördervoraussetzungen geben und Sie auf eventuelle Stolperfallen aufmerksam machen. Spätestens bei diesem Termin sollten alle wichtigen Projektunterlagen vorliegen: Ausgefülltes Formblatt zur Projektskizze, realistische und nachprüfbare Kostenberechnung oder Angebot(e), sowie die vollständig ausgefüllte Checkliste.

Im Anschluss an das Gespräch sollten Sie sich, falls nicht schon geschehen, am besten einen Zeitplan machen um alle geforderten Unterlagen rechtzeitig vorlegen zu können (bitte Ausschlussfrist beachten).

Prüfung der Förderwürdigkeit und der Förderfähigkeit:

Wenn Ihre Unterlagen hinreichendaussagekräftig und plausibel sind, stellen wir eine Beschlussvorlage für den Förderausschuss (FÖAU) der IGO zusammen. Der FÖAU prüft dann in seiner nächsten Sitzung die Förderwürdigkeit (Passt Ihr Projekt zur regionalen Entwicklungsstrategie? Entspricht Ihr Projekt gewissen Kriterien der Nachhaltigkeit etc.) Ihres Vorhabens und empfiehlt Ihnen bei einem positiven Ergebnis, die förmliche Antragstellung. Die Empfehlung des FÖAU kann auch unter bestimmten Vorbehalten erfolgen.

Durch diesen Schritt soll Projektträgern, deren Vorhaben nicht deutlich genug zur Umsetzung des regionalen Entwicklungskonzeptes beiträgt, eine aufwändige und wenig aussichtsreiche Antragstellung erspart werden.

Einreichung des Förderantrags bei der Bewilligungsstelle

Keine Förderung ohne einen vollständigen Antrag. Nach der Feststellung der grundsätzlichen Förderwürdigkeit durch den IGO-Förderausschus erhalten Sie von der zuständigen Bewilligungsbehörde alle für eine Antragsstellung notwendigen Unterlagen und Formulare. Die Mitarbeiterinnen der Bewilligungsbehörde helfen Ihnen auch bei Ihren Fragen zu den formalen Anforderungen weter. Da diese jedoch schon beim ersten Projektgespräch zu Sprache gekommen sind, dürften viele der möglichen Fragen schon im Vorfeld geklärt worden sein. Mit der Antragstellung müssen in der Regel alle erforderlichen Genehmigungen (z.B. Unbedenklichkeitsbescheinigung vom Bauamt) und Nachweise (z.B. Finanzierungsnachweis, Angebote, Businessplan) vorliegen.

Da die Beantragung bzw. die Erstellung einiger dieser Dokumente viel Zeit in Anspruch nimmt, raten wir Ihnen dringend nach dem ersten Projektgespräch einen Zeitplan zu erstellen und genügend Zeit einzukalkulieren.

Abgabefristen für Förderanträge

Auch wenn Sie grundsätzlich das ganze Jahr hindruch Förderanträge bei der Bewilligungsbehörde einreichen können, sind die Antragsbearbeitung und Bewilligung an bestimmte Termine geknüpft. In mehreren Aufrufen zur Einreichung von Projekten fordern wir jährlich auf unserer Homepage sowie durch Pressemitteilungen  Unternehmen, Kommunen, Vereine und Privatpersonen dazu auf Ihre Projekte einzureichen. In diesen Aufrufen sind Teilnahmebedingungen genannt und eine Auschlussfrist definiert, die ein Datum vorgibt bis zu dem die vollständig ausgefüllten förmlichen Anträge bei der Bewilligungsbehörde eingereicht sein müssen.

Jedoch gibt es auch vor der Ausschlussfrist bestimmte Termine zu beachten um bspw. die, in den vorherigen Schritten genannte, Bescheinigung der grundsätzlichen Förderwürdigkeit durch den FÖAU zu erhalten.

Auswahlentscheidung und Ranking

Wenn der Antrag bewilligungsreif vorliegt, wird das Projekt ein weiteres Mal dem FÖAU zur abschließenden Bewertung vorgelegt, der etwa vier Wochen nach dem genannten Stichtag zusammenkommt. Dieser vergibt an alle zum jeweiligen Stichtag vorgelegten Projekte anhand der Chechliste und der Projektunterlagen eine bestimmte Punktzahl. Die Checkliste ist Teil des Formblattes zur Projektskizze, sodass Sie die Möglichkeit haben, durch entsprechende Angaben detailliert zu begründen warum gerade Ihr Projekt eine hohe Punktzahl erhalten sollte.

Durch die jeweilige Punktzahl wird eine Ranking zwischen den eingereichten Projekten hergstellt, nach dessen Reihenfolge die zur Verfügung stehenden Fördermittel vergeben werden.

Bewilligung und Projektbeginn:

Hat Ihr Projekt alle Schritte erfolgreich gemeistert und auf diese Weise den „Zuschlag“ erhalten, wird es schnellstmöglich von der zuständigen Bewilligungsbehörde bewilligt, was in der Regel innerhalb von ein bis zwei Wochen nach der Bewertung durch den FÖAU erfolgen kan. (Voraussetzung: alle notwendigen Unterlagen liegen vor!)

Der ausgestellte Bewilligungsbescheid gibt Ihnen klare Vorgaben, in welchem Zeitraum das Projekt umgesetzt und abgerechnet werden muss. Auszahlungen gibt es nur gegen Vorlage von bezahlten Rechnungen. Bei größeren oder lange andauernden Projekten sind auch Zwischenabrechnungen möglich und sinnvoll. Jede Änderung von Projektumfang, Kosten oder Zeitplan muss der Bewilligungsbehörde mitgeteilt und genehmigt werden.

Zeitmanagement

Ein wichtiger Erfolgsfaktor für die Förderung Ihres Projektes ist das richtige Zeitmanagement.

Wir erleben immer wieder, dass vom FÖAU als grundsätzlich förderwürdig bewertete Projekte, nicht bewilligt werden können oder nicht in die Auswahl gegeben werden können aufgrund fehlender Unterlagen wie bspw. Baugenehmigung oder Businessplan.

Wir empfehlen Ihnen deshalb dringend einen Zeitplan zu erstellen, der alle wichtigen Termine und die dafür wichtigen Dokumente beinhaltet. Dieser kann Ihnen helfen realistisch über einen längeren Zeitraum zu planen und den Überblick zu behalten zu welchem Zeitpunkt Sie sich um welche Maßnahme kümmern sollten. Bitte beachten Sie dabei auch, dass die Beantragung von Dokumenten beim Amt mehrere Wochen Zeit in Anspruch nehmen kann.

Gerne unterstützen wir Sie dabei auch mit Erfahrungswerten. Alle wichtigen Termine finden Sie auch in unserem Terminkalender.

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